Power Play Ausgabe 11/1993: Statistik.

Mit Ausgabe 11/1993 setzt sich in der Power Play der Trend zur Konsolidierung fort. Zwei große Berichte dominieren diese Ausgabe: Die ECTS in London und die Siggraph in Anaheim (Kalifornien), auf der VR Equipment gezeigt wurde.

Power Play 11/1993 – die Statistik
Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Nachdem die Anzahl der Seiten sich erneut ein wenig erhöht hat, stiegen auch die Testzahlen etwas an. Dennoch sind die Zahlen nach wie vor weit von den Bestzahlen aus früheren Zeiten entfernt: Gerade mal 24 Tests, verteilt auf 30 Seiten. Bei einem Gesamtumfang von 160 Seiten gehen die Tests schon fast unter. Wer die Ursprünge der Power Play kennt, als das Magazin fast ausschließlich aus Tests bestand, der wird den Unterschied ganz stark bemerken. Die Ausgabe 3/1988 (bzw. Nummer 5) zum Beispiel bestand damals aus nur 108 Seiten, beinhaltete aber 82 Tests, verteilt auf 40 Seiten.

Allerdings wurden damals auch für 8 unterschiedliche Systeme Spiele getestet, und von dieser Vielfalt hat sich die Power Play mittlerweile verabschiedet: Seit 4 Ausgaben werden nur noch für 5 bzw. sogar nur 4 Systeme Spiele getestet. (Man könnte daher sogar die alten Wertungskästen wieder einführen.)

Hier sind die Testergebnisse: MS-DOS (15 Tests), Amiga (5), Super Famicom (2), Mega Drive (2).

Zwei Computer, zwei Konsolen – der neue Standard?
Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Wie oben geschrieben, hat sich die Power Play besonders im zweiten Halbjahr 1993 sehr stark gewandelt. Innerhalb weniger Monate wurden C64, Game Gear, Atari ST aber auch der Game Boy aus der Zeitschrift entfernt, so dass momentan gerade mal 4 Systeme übrig geblieben sind, für die getestet werden: PC und Amiga auf der Computerseite, sowie Mega Drive und Super Famicom auf der Konsolenseite.

Es hat den Anschein, als ob diese Änderungen zeitlich mit dem Ausscheiden von Martin Gaksch zusammenhängen. Und natürlich gab es zu dieser Zeit auch das ebenfalls sehr erfolgreiche Schwestermagazin, die „Video Games“. Die Power Play durfte bei dieser bestimmt nicht allzu sehr wildern.

Ich glaube, zu dieser Zeit verlor die Power Play viele Käufer, die ich die „1. Generation“ nenne. Dazu zähle auch ich mich: Das sind Computerspieler, die um 1970 (+/- 5 Jahre) geboren wurden, und für die der Weg von Happy Computer zur Power Play ganz natürlich geschah. Auch weil es damals (außer der ASM) einfach keine Alternative gab. Diese „1. Generation“ hatte sich früh auf ein System fixiert (bei mir war es ab 1987 der Amiga) und blieb diesem sehr lange extrem treu, ohne schnell auf ein anderes System zu wechseln. (Ein Wechsel auf einen PC konnte damals locker über 3.000 DM kosten! Welcher Twen hatte das schon im Kreuz?) Bis irgendwann die Tests ausblieben. Damit entfiel bei vielen bestimmt auch der Grund, weiterhin die Power Play zu kaufen. Jedenfalls war es so bei mir um diese Zeit: Die Ecke des Amigas wurde immer kleiner und dunkler. Eine Zeit lang kaufte ich dennoch die Power Play, der alten Zeiten willen, aber dann kam irgendwann der Moment wo ich eingestehen musste, dass die Power Play nicht mehr meine Zeitschrift war.

Und was gab es sonst noch?
Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993

Der Test von „Elite II“ geht in die Power Play Geschichte ein, denn bis zu diesem Moment gab es keinen Test, der sich über ganze 6 Seiten erstreckte! Neben Elite II beinhaltete diese Power Play noch zwei weitere Nachfolger von extrem erfolgreichen Kultspielen: Es wurden auch „Turrican 3“ und „Uridium 2“ getestet. Das sind wohl die letzten Topspiele, die zuerst für den Amiga erschienen oder zumindest für ihn konvertiert wurden.

Es gab außerdem wieder Berichte von Messen. Schon eine Tradition war der Besuch der ECTS in London, aber das Highlight war der Beitrag über die Siggraph in Anaheim/ Kalifornien. Dort wurden die neuesten Trends der Computergrafik geschaffen. Man glaubt es kaum, aber bereits 1993 wurden dort VR Brillen gezeigt, die eine Auflösung von 1280 x 960 Pixeln pro Auge hatten. Zum Vergleich: Die HTC Vive hat im Jahr 2016 eine Auflösung von „nur“ 1080 x 1200 Pixel.

Ach ja: Das Amiga CD32 wurde getestet (mit eher mäßigem Enthusiasmus), und die „Computer ´93“ wurde beworben. Unter diesem Namen fanden mehrere Messen Platz, dazu gehörte auch die „World of Commodore“, die ich allerdings meiner Erinnerung nach nicht mehr besuchte. Zu dieser Zeit ging ich sozusagen eine Trennungsphase mit dem Amiga durch. Er stand noch zu Hause, aber es war klar, dass ich mir eigentlich einen PC kaufen sollte. Das geschah dann auch, aber erst im Sommer 1995, nach Erscheinen von Windows 95.

Das PDF mit der Statistik der ersten 68 Ausgaben gibt es hier zum Download: Statistik der Power Play, Ausgabe 11/1993


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Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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