Auf die Brecherspitz (1.683m) am Schliersee

Die Brecherspitz liegt direkt zwischen dem Schliersee und dem Spitzingsee, und ist ein schönes Wanderziel für jeden, der ein wenig Kondition mitbringt. Wer die Rundtour über den Grat plant, sollte aber zusätzlich noch trittsicher und schwindelfrei sein!

Erste Etappe: Zur Ankel-Alm
Die Ankel-Alm (1.311m)

Die Ankel-Alm (1.311m)

Am frühen Morgen war noch nicht viel los auf dem Parkplatz am Ende der Dürnbachstraße in Schliersee. Dort beginnt die Wanderung auf ca. 850 Meter Höhe: Man kann direkt bergauf dem Forstweg folgen und danach von Westen über die Freudenreich-Alm auf die Brecherspitz wandern. Der übliche Weg führt uns allerdings ein paar Meter bergab, bis gegenüber der Dürnbachstr. 47 ein kleiner Weg südöstlich abzweigt. Von hier aus ist alles gut beschildert, was aber auch unnötig ist, denn diesem Weg folgen wir bis zur ersten Station, der Ankel-Alm.

Von der Ankel-Alm in Richtung Brecherspitz

Von der Ankl-Alm in Richtung Brecherspitz

Diese hat man nach etwas mehr als einer Stunde erreicht, und dabei schon knappe 500 Höhenmeter zurückgelegt, denn die Alm liegt auf 1.311 Meter Höhe. Bis zur Alm verläuft der Weg ausschließlich über einen Forstweg, der ständig ansteigend Kurve um Kurve durch den Wald verläuft. Landschaftlich nicht besonders schön, aber man frisst schnell Höhe. An der Alm kann man eine schöne Pause anlegen und schon zum Ziel des Tages hinaufsehen: Die Brecherspitz ist links zu sehen, und der Rundweg beim Abstieg wird mich später über den rechten Grad wieder zurückführen. Die Kuchen werden hier übrigens selbst gebacken, und die Wirtin schmückt die Tische sehr schön mit Blumen von der Wiese.

Panorama etwas oberhalb der Ankel-Alm. Der Gipfel links ist die Brecherspitz

Panorama etwas oberhalb der Ankel-Alm. Der Gipfel links ist die Brecherspitz. Hier in voller Größe und interaktiv bedienbar.

Weiter zur Brecherspitz
Beim Aufstieg

Beim Aufstieg

Kurz hinter der Alm teilt sich der Weg in den Rundweg auf. Bergtour-Online empfiehlt den direkten Weg, der hier links abzweigt. Diesem bin ich auch gefolgt, und man steigt zuerst über eine Wiese ein Stück hinauf. Es lohnt sich in diesem Teil, immer wieder mal zurück zu sehen, um entweder einen Blick auf den Rückweg zu erhaschen, oder um den Schliersee zu erblicken, der mit fortschreitender Höhe immer besser sichtbar am Horizont auftaucht. Von hier ab hat man das Ziel, den Gipfel, immer im Blick – was gut für die Motivation ist. Ich persönlich mag es jedenfalls nie, wenn man ewig wandert, ohne das Ziel sehen zu können.

Fast geschafft: Blick zurück

Fast geschafft: Blick zurück

Sobald man die Wiese hinter sich hat, schlängelt sich der Weg bis zur Spitze teilweise sehr eng durch dichte Kiefernwälder. Auch der Untergrund ändert sich nun sehr schnell, und oft steigt man über blankes Gestein auf. Das ist nicht weiter schwierig – wenn man das mitbringt, was man bei Touren wie dieser immer wieder in den Wanderführern liest: Ausreichend Kondition und vor allem Trittsicherheit! Das ist hier wirklich notwendig, denn immerhin wandert man knappe 900 Höhenmeter in dieser Tour. Bis zur Ankel-Alm kommt man auch noch mit dem Fahrrad, aber für alles danach gilt definitiv: Gute Wanderausrüstung und -erfahrung wird vorausgesetzt!

Den Ausblick genießen!
Fast geschafft: Blick zurück

Fast geschafft: Blick zurück (Der Tegernsee spitzt schon etwas hervor)

Auf dem Weg zur Spitze sieht man immer mehr vom Umland, selbst wenn das Wetter nicht ganz optimal ist, wie bei meiner Wanderung. Lässt man den Blick nach Nordwesten schweifen (siehe Bild links), dann sieht man den Grad, den ich zurück gehen werde. Sieht man ganz zurück (wie auf dem Bild oben), dann hat man den Schliersee im Blick. Auch der Tegernsee wird später links neben dem Schliersee erscheinen – also hat man eine tolle Tour vor sich. Ab und zu wird man wohl besser die Wanderstöcke wegstecken, damit man mit der Hand einen sicheren Griff hat, aber im Grunde ist für den Aufstieg auf der südöstlichen Route keine Klettererfahrung notwendig.

Auf der Brecherspitz
Blick vom Gipfel hinüber zur Westroute

Blick vom Gipfel hinüber zur Westroute

Wenn man oben angekommen ist, hat man einen tollen Blick auf gleich drei Seen: Schliersee, Tegernsee – und Spitzingsee! Dafür muss man allerdings immer ein paar Meter auf dem Gipfel hin und her gehen. Soweit ich mich erinnern kann, sind alle drei niemals gleichzeitig zu sehen. Die Brecherspitz ist ein beliebtes Wanderziel, so dass man am besten recht früh losgehen sollte, wenn man den Gipfel in Ruhe genießen möchte. Vom Parkplatz bis hierher sind es etwa 2,5 bis 3 Stunden, je nach persönlichem Tempo und Pausen zwischendurch. Da ich früh genug unterwegs war, hatte ich den Gipfel sogar ganz für mich alleine, und konnte ein schönes Panoramafoto inklusive Gipfelkreuz aufnehmen. Aber ich konnte schon die nächsten Wandergruppen sehen, die von der Ankel-Alm unterwegs waren. Das Gipfelplateau ist aber groß genug für viele Wanderer.

Panorama von der Brecherspitz. Der See mit der Insel ist der Schliersee.

Panorama von der Brecherspitz. Der See mit der Insel ist der Schliersee. (Hier in voller Auflösung und interaktiv bedienbar.)

Rückweg über die Freudenreich-Kapelle
Der Weg über den Westgrad

Der Weg über den Westgrad

Wie bereits erwähnt, kann man vom Gipfel der Brecherspitz aus über einen Rundweg in westlicher Richtung starten. Dieser bleibt mehr oder weniger immer auf der gleichen Höhe und endet später wieder an der Ankel-Alm. Unterwegs hat man auch Gelegenheit, zu den Firstalmen abzusteigen (dort wanderten wir im Jahr zuvor), oder noch später zur Freudenreich-Alm und von dort aus weiter zum Parkplatz. Der Weg führt von hier aus ausschließlich als nicht allzu breiter Pfad immer direkt am Grad entlang, was eine Garantie für einen tollen Ausblick ist. Allerdings bringt das auch automatisch mit sich, dass man schwindelfrei sein muss. Wer das nicht ist, sollte sich das Weitergehen gut überlegen.

Selfie von der Brecherspitz zum Schliersee

Selfie von der Brecherspitz zum Schliersee

Auf den ersten Minuten sollte man nicht vergessen, nach links ins Tal zu schauen, denn von hier aus sieht man den Spitzingsee, den man bald nicht mehr zu sehen bekommt. Auch ist der Schliersee von hier aus nochmal gut zu sehen. Nachdem man die Abzweigung zur Firstalm hinter sich hat, die vom Vorgipfel der Brecherspitz aus abzweigt, sind wahrscheinlich deutlich weniger Wanderer auf diesem Weg zu sehen. Da ich an diesem Tag aber sehr früh unterwegs war, habe ich sowieso auf dem gesamten Weg zwischen Brecherspitz und der Freudenreich-Kapelle keinen einzigen entgegenkommenden Wanderer gesehen.

Die Freudenreich-Kapelle und zurück zur Ankel-Alm
Das nächste Ziel: Die Freudenreichkapelle

Das nächste Ziel: Die Freudenreich-Kapelle. Dahinter der Tegernsee.

Nach dem Vorgipfel der Brecherspitz ist ein Warnschild zu lesen, das man ernst nehmen sollte: „Gefahr bei Nässe. Trittsicherheit erforderlich“. Ich kann es nur nochmals wiederholen – der Weg von hier bis zur Ankel-Alm ist nur etwas für geübte Wanderer, besonders in dieser Wanderrichtung. Der Weg ist voller Wurzeln und Felsen, die auch noch teilweise steil und ausgesetzt sind. Bei Nässe verwandelt sich dieser Weg in eine sehr gefährliche Rutschpartie, die selbst geübte Wanderer auf die Probe stellen wird. Wanderer ohne Erfahrung und passendem Schuhwerk dürften bei Nässe ziemlich sicher mit einigen Blessuren unten ankommen – wenn es gut läuft!

Das nächste Ziel: Die Freudenreichkapelle

Das nächste Ziel: Die Freudenreichkapelle

Die Freudenreich-Kapelle ist ein kleines Bauwerk, das von vielen Stahlseilen am Boden festgehalten wird, denn es steht direkt auf dem Grad und dürfte vom Wind stark mitgenommen werden. Aber sie ist ein Kleinod, wie sie da so steht, mit den bayerischen Landesfarben. Und so habe ich an diesem Freitag vor Pfingsten, am Tag der Wanderung, auch eine kleine Wallfahrt zu einer Kapelle durchgeführt, wenn man so möchte. Unabhängig vom persönlichen Glauben eignet sich diese Stelle aber auch hervorragend, um ein letztes Mal vor dem Abstieg eine kleine Rast zu machen. Es gibt genügend Plätze mit toller Aussicht, die entweder wind- oder sonnengeschützt sind.

Abstieg
Ein schöner, aber fordernder Weg

Ein schöner, aber fordernder Weg

Direkt bei der Kapelle geht nochmal ein Weg ab, der über die Freudenreich-Alm zurück zu dem Parkplatz führt, von dem man am Morgen gestartet ist. Wer an dieser Stelle mittlerweile konditionelle Probleme hat und/ oder mit den schwierigen Stellen zwischen Vorgipfel und hier zu kämpfen hatte, der sollte unbedingt hier absteigen, denn ein paar Minuten hinter der Kapelle kommt nochmal ein relativ heftiger Teil, der es in sich hat. Damit meine ich nicht die in den anderen Beschreibungen erwähnten Passagen mit Drahtseil, denn die sind nur kurz und eigentlich auch nicht notwendig. Es sind vielmehr nochmal einige längere, steile Passagen, bei denen man sehr trittsicher sein muss. Und man sollte sich auch nicht zu schade sein, mal die Wanderstöcke beiseite zu leben und mit Händen abzusteigen.

Die Wanderung fand am 2. Juni 2017 statt

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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7 Antworten

  1. Inge sagt:

    Hallo,

    wir machen im August [in einem Parsdorfer Hotel, Name entfernt] Urlaub. Nun bin ich auf der Suche nach schönen AUsflusgzielen in der Natur. Wissen sie ob sich eine Anreise aus München Parsdorf lohnt?

    LG

    • Oliver Kilb sagt:

      Hallo Inge,

      sicher, die Gegend um den Spitzingsee ist wunderschön und bietet viele Wanderungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Von familientauglich bis alpin. Die Anfahrt mit einer guten Stunde ist auf jeden Fall die Mühe wert.

      Ich habe mir erlaubt, den Hotelnamen zu entfernen, weil ich mir bei dem Posting nicht sicher war, ob er von einer realen Person oder einem Bot stammt. Falls ersteres, würde ich mich über einen kurzen Kommentar freuen.

      Einen schönen Urlaub,
      Oliver

      • Oliver Kilb sagt:

        … ich hatte wohl Recht: Hier waren am 21. Juli 2017 Kommentare von Sonja und Katarina zu lesen:

        • Sonja (mit der hinterlegten Homepage des Hotels) schreibt:
          Ein sehr schöner Bericht. Können Sie mir sagen ob sich eine Anfahrt von München aus lohnt?
        • Katarina schreibt: Hallo,

          könnten Sie mir sagen, wie lange man ca. von München zum Dreisessel fahren würde? Wir machen über Pfingsten Urlaub im Hotel Xxx in Parsdorf und nun bin ich auf der Suche nach tollen Ausflusgzielen.

          LG

        • Wynne schreibt in einem Lego-Forum am 09.07.2017, 22:08: Hallo,

          ich habe mich hier angemeldet, weil ich eine Frage zum Legoland Deutschland habe. Wir machen Ende August einen 1-wöchigen Urlaub im Hotel Xxx in München-Parsdorf. Da mein Sohn ein großer Lega-Fan ist, hatten wir uns überlegt, eventuell das Legoland aufzusuchen. Fahrzeit wäre so ca 1 Std pro Fahrt. Würde sich die Anfahrt lohnen, oder ist das Legoland für Legobegeisterte weniger interessant?

          LG (Wobei ich überrascht war, dass auf die Antworten der Forumsteilnehmer Wynne zwei Wochen später auch tatsächlich sinnvoll antwortete.)

        • Nancy schreibt in einem Fantasy-Forum am 30. April 2017 um 1:11: Hallo,

          wir machen zu diesem Zeitpunkt Urlaub in München, wo wir ein Hotelzimmer im Hotel Xxx gebucht haben. Das Hotel befindet sich in Parsdorf. Würde sich eine Anreise lohnen?

          LG

        • Michelle schreibt auf einer Ausflugs-Seite am 16. April 2017 um 13:19: Hallo,

          das hörts ich wirklich sehr interessant an und würde auch den Kindern sicher gefallen. Wir sind im Juni für 2 Wochen in München. Dort haben wir ein Zimmer im Xxx gebucht. Das Hotel befindet sich in München Parsdorf. Meinen Sie, dass sich eine Anreise lohnt? Wie lange fährt man da ca?

          LG

        Ich wage mal zu bezweifeln, dass Inge, Sonja, Katarina, Wynne, Nancy und Michelle tatsächlich verschiedene Personen sind, die zufällig mit äußerst ähnlichen Texten alle für das gleiche Hotel in München Parsdorf Werbung machen. Naja, bei den anderen, oben verlinkten Seiten sind sie jedenfalls mit dem Link zum Hotel zu finden – es darf sich Jeder seine eigene Meinung zu dem Vorgang bilden.

        Ich persönlich halte es für sehr gut gemachten, aber da anscheinend ohne Einsatz eines Bots sehr arbeitsintensiven SEO-Spam.

  1. 3. September 2017

    […] dazu passenden Ausflugsbericht kann man hier lesen. Durch einen Klick auf das entsprechende Icon kann man das Panorama auch im Vollbild […]

  2. 4. September 2017

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  3. 21. September 2017

    […] hindurchblitzen sehen, aber man sieht die Untere und Obere Firstalm, und natürlich auch die Brecherspitz, die jede für sich schöne und unterschiedlich schwere Wanderziele […]

  4. 3. Mai 2018

    […] weiterzuwandern!), und schon bald hat man einen Blick zurück in Richtung Firstalm, auf die Brecherspitz, siehe auch die verlinkten Wanderberichte der letzten Jahre, und dann auch ein wenig später in […]

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