1993: Die ultimative Netzwerk-Party.

Kaum zu glauben: 22 Jahre ist es her, dass wir mit der „Netzwerk“-Clique unsere legendäre „Ultimate Party“ gefeiert haben. Einige Andenken an damals besitze ich noch immer, und es fühlt sich auf einmal so an, als ob es noch nicht so lange her ist, dass wir diese Party geplant haben.

Netzwerk-Party: EIntrittskarte.

Netzwerk-Party: Eintrittskarte.

Da wären zum Beispiel die Eintrittskarten. Heutzutage kein Ding: Zur Not mit Word, PowerPoint oder Gimp schnell etwas zusammengeklatscht, ab zu Online-Diensten wie Flyeralarm & Co., und für 20 Euro 1.000 Stück bestellt. (Sehe gerade: Dort kann man sogar „Eintrittskarten“ bestellen, die perforiert und/ oder nummeriert sind… wenn es das damals gegeben hätte…). Damals hieß das aber: Handarbeit, viel Handarbeit! Das Netzwerk-Logo wurde wirklich von Hand gezeichnet und ausgemalt, und der Schriftzug „The ultimate PARTY“ auf meinem Amiga 1200 mit Page Stream erstellt & gedruckt. Danach natürlich wieder per Hand ausgemalt…

Netzwerk-Party: Eintrittskarte.

Netzwerk-Party: Eintrittskarte.

Die Karten wurden einmal von mir selbst auf DIN-A4 gedruckt, und dann im Copyshop auf Karton vervielfältigt. Das bedeutete aber: 20 Karten auf eine A4 Vorlage ausdrucken und dann auch 20x per Hand möglichst identisch ausmalen… eine Höllenarbeit! Dafür wurden die Karten auch später per Hand durchnummeriert, wie man oben sehen kann. Sehr viel Handarbeit, wie gesagt :-). Und durchaus auch nicht ganz so billig: 40 DM für 160 Karten, wie ich glaube. Die Erstellung der „Vorverkauf“-Karten machte einen signifikanten Teil unseres Gesamt-Budgets aus. Aber dafür waren unsere Karten auch, im Vergleich zu anderen privat organisierten Parties damals, ziemlich cool.

Netzwerk-Party: Planung.

Netzwerk-Party 1994: Planung.

Im Jahr darauf wiederholten wir die Party, denn sie kam gut an und wir hatten auch ein wenig Gewinn gemacht. Für diese Party habe ich noch einige Notizen gefunden. Drollig, wofür wir damals so Geld ausgegeben hatten (Spiegel??? Welcher Spiegel??? Stefan weißt Du noch, welche Spiegel???). Hauptsache, der Laser und die Videoweiche waren gesichert, denn für damalige Verhältnisse waren wir unglaublich multimedial unterwegs: Hinter dem DJ-Pult waren einige Amigas und PCs aufgebaut, auf denen in Endlosschleife diverse Demos liefen. Ein Stempel-Muster ist auf dem Zettel links zu sehen – mit diesem Stempel begann die Diskussion, ob unser Logo nun ein spiegelverkehrtes „N“ hatte oder nicht. Nachdem ich noch im Besitz der ganzen Amiga-Logos bin, die zeitlich deutlich vor dieser Party lagen, kann ich sagen: Es war ein normales „N“.

Netzwerk-Party: Flyer.

Netzwerk-Party 1994: Flyer.

Zusätzlich zur normalen Eintrittskarte zauberte Rudi sogar noch einen coolen Flyer, den wir ebenfalls vervielfältigten. Der Unkostenbeitrag von 10 DM war natürlich für eine „normale“ Party in einem JUZ schon etwas über dem Durchschnitt, aber dafür konnten wir unseren Gästen auch etwas bieten.

Die Party am 11.11.1994 bildete dann aber schon den Abschluss, danach gab es keine weitere „Netzwerk“-Party mehr. Weniger, weil es uns keinen Spaß gemacht hatte, aber es war auch jede Menge Arbeit, und das Geld zum Vorfinanzieren der Parties musste auch erstmal irgendwie besorgt werden. Und die letzte Party lief, ehrlich gesagt, auch nicht ganz so gut wie die erste Party. Dazu kam, dass uns jemand noch in der Herrentoilette eine recht diffizile Situation hinterlassen hatte, die mit dem Austausch einer Toilettenschüssel endete, wenn ich mich richtig erinnere. Und an einen Gummihandschuh mit einem kleinen Loch erinnere ich mich auch noch in diesem Zusammenhang… 🙁

Aber zwei klasse Feten! Ich erinnere mich immer noch gerne daran! Das mit den 3 Flaschen Wodka Feige ist mir heute etwas peinlich, aber damals war das ein angesagter Drink ;-).

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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3 Antworten

  1. Gerry sagt:

    Ich hätte bei einer Netzwerk-Party ja eine LAN-Party erwartet – auf den Fotos sieht es aber so aus, als ob nur normal gefeiert wurde (oder wurde in einem separaten Bereich doch im Netzwerk gespielt?). Manche Einträge auf Deinen Listen fand ich etwas kurios (Speed, Baseballschläger). Was steckte dahinter (Drogen und eine Abwehrmaßnahme gegen ungebetene Gäste werden es doch nicht gewesen sein, oder)?

    • Oliver Kilb sagt:

      Servus Gerry,

      das war vor den LAN-Zeiten. Damals (es war ja 1993/1994) spielten wir nur mit per Nullmodem-Kabel verbundenen Amigas (Populous & Co). Wir nannten unsere Clique allerdings schon fast visionär „Netzwerk“ :). LAN-Parties bzw. das damalige Äquivalent kam kurz darauf mit Doom/ Doom 2 und Duke Nukem 3D – dann allerdings sehr, sehr intensiv…

      „Speed“ bezog sich auf den Kinofilm 🙂 Die Telefonnummern und die Adresse („Kaiserstr.“) und die Uhrzeiten waren die Spielzeiten des Broadway in Landstuhl bei Kaiserslautern. Dort sind wir oft hingegangen, auch weil das Broadway wegen der nahe gelegenen Airbase in Ramstein viele Filme im Original (und THX) zeigte, und das damals teilweise deutlich vor dem deutschen Start. Da hab ich halt auf unseren Planungszettel gekritzelt.

      Und der „Baseballschläger“ war damals unsere Insiderbezeichnung für die Hausordnung – ungebetene Gäste hatten wir keine ;). Die einzigen Drogen auf dieser Party waren der Alkohol…

  1. 6. November 2016

    […] haben, aber am gleichen Abend hatte ich leider zeitgleich eine Tanzveranstaltung, die besser war: Die erste legendäre Netzwerk-Party, über die ich letztes Jahr geschrieben habe. Traurig musste ich nicht darüber sein, denn zu dieser Zeit gab es fast jede Woche irgendwo eine […]

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