07.03.2000: It’s not a Game!

Fragt man einen Europaeer, was er mit Japan verbindet, dann ist unter den zuerst genannten Begriffen bestimmt auch der Walkman oder der Videorecorder. Und in der Tat gibt es hier Unmengen von elektronischem Krimskrams. Sei es das Handy mit Farbdisplay (und die naechste Generation mit Videokonferenzmoeglichkeit ist schon angekuendigt), die zahllosen Minidisc-Player usw. …

Was besonders auffaellt: Im Gegensatz zu den Deutschen stuerzen sich die Leute hier wesentlich bedenkenloser auf neue Dinge. Die Deutschen hingegen warten erst einmal ab, ob es sich denn etabliert – so hatte dann auch die Laserdisc bei uns leider keine Chance.

DDR - Dance Dance Revolution

DDR – Dance Dance Revolution

Ein solches Beispiel geballter Kaufkraft fand am letzten Samstag mal wieder statt: Seit diesem Termin gibt es hier in Japan die Playstation 2 zu kaufen (fuer 40.000 Yen / 800 DM). Als auf der Website das Bestellformular freigegeben wurde, gingen innerhalb von Stunden 100.000 Bestellungen ein, und am ersten Verkaufstag gingen schon ueber 500.000 ueber die Theke. Teilweise an Leute, die bis zu 2 Tage extra fuer diesen Moment gewartet hatten… OK, ich muss zugeben, dass das Ding auch wirklich die Butter vom Brot zieht. Die Spiele, was man denn bis jetzt gesehen hat, sehen so ultra-korrekt aus, dass man schon fast glaubt, im Kino zu sitzen. Und der eingebaute DVD-Player… Einer meiner Freunde will sich demnaechst so ein Teil kaufen, und ich glaube, dass es dann um mein Studium hier erst einmal geschehen ist. In Europa kann man die PS2 erst im Herbst kaufen – vielleicht gehoere ich dann auch zu denen, die in einer langen Schlange warten, bis ich im VEB Unterhaltungsmoebel meine Ration zugeteilt bekomme. Und so nebenbei: Das Design sieht auch ganz schnieke aus.

DDR - Dance Dance Revolution

DDR – Dance Dance Revolution

Was mir sonst noch so in der Nase steckt: Der Vaio Music Clip von Sony. Schon gesehen? Ich weiss nicht, ob der schon in Europa erhaeltlich ist. Im Wesentlichen ist das ein MP3-Player (obwohl er aus verschiedenen Gruenden eigentlich kein MP3, sondern ein eigenes Format spielt), der aussieht wie ein etwas zu dick geratener Kugelschreiber. Fast wie bei James Bond, nur kann der nicht schiessen. Er spielt bis zu 2 Stunden Musik, und laesst sich bequem in die Hemdtasche stecken. Sieht wirklich sehr cool aus, aber 800 DM… Vielleicht spaeter mal. Es gibt noch ein anderes Modell, das speziell fuer den Memory-Stick von Sony gebaut wurde. Das sieht allerdings ganz anders aus. Aufgrund der Form des Memory-Sticks ist das eher konventionell eckig.

Auf derPS2 spielen, speichern - und am Automaten weiterspielen!

Auf der PS2 spielen, speichern – und am Automaten weiterspielen!

Was gibts Neues von meinem guten Freund Abu Nai? Nachdem er sich gewundert hat, dass sein Telefon nur noch komische Toene von sich gab, hat er mal probiert, sich selbst von einer Telefonzelle aus anzurufen. Mit dem Ergebnis, dass eine Computerstimme ihm mitteilte, dass dieser NTT-Anschluss derzeit nicht erreichbar ist. Na, das hat er auch schon vorher gewusst. As er dann persoenlich bei der NTT vorstellig wurde, und sich dann herausstellte, dass er mangels Dauerauftrag einfach die letzten beiden Monate schuldig geblieben ist und darauf hin die NTT seine Leitung kappte, war natuerlich alles klar.

Bis zum naechsten Mal! 7.3.2000

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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Eine Antwort

  1. 5. Januar 2022

    […] bis 2003, dass ich meinen MiniDisc Player anschaffte. Während meiner Zeit in Japan hatte ich einen der ganz frühen MP3-Player gesehen, und nach meiner Rückkehr im Sommer 2000 hatte MP3 den Durchbruch vollends geschafft. […]

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