Power Play Ausgabe 9/1994: Statistik.

Auch in der Power Play 9/1994 nimmt der Fokus auf PC-Systeme weiter zu. Videospiele sind nun schon zum zweiten Mal nicht vertreten. Virtual Reality-Brillen sind gerade in Mode, und das zu dieser Zeit teuerste Spiel der Welt kostete 5 Millionen DM in der Entwicklung.

Power Play 9/1994 – die Statistik
Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Im Beitrag über die Ausgabe zuvor bemerkte ich, dass die Dominanz des PC erdrückend war. Nun, in dieser Power Play nahm sie nochmal – wenn auch leicht – zu: Nur 3 Systeme waren insgesamt vertreten, und der PC sahnte 22 von 25 Tests ab. Das sind 88 Prozent.

Die Seitenzahl blieb unverändert bei 136 Seiten, aber die Spieletipps sind auf einem sehr niedrigen Niveau: Gerade mal auf 20 Seiten sind die 16 Tipps verteilt. Ich muss sehr weit zurückgehen, um einen noch niedrigeren Wert zu finden. In der Power Play 3/1990, der Erstausgabe als eigenständige Zeitschrift, waren es nur 15 Seiten. Allerdings gab es damals 31 Tipps anstelle von nur 16. Die Redaktion ruft auch schon ein wenig panisch dazu auf, ihnen Tipps zu senden, da der Vorrat anscheinend eindeutig zur Neige geht.

Hier sind die Testergebnisse: MS-DOS (22 Tests), Amiga (2), Macintosh (1).

OS/2 in einer Spielezeitschrift?
Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Kann sich noch jemand an OS/2 erinnern? Der Windows-Konkurrent von IBM hatte im Jahr 1994 wahrscheinlich seine größte Visibilität bei Privatkunden, noch ein gutes Jahr bevor Windows 95 in den Handel kam. In dieser Power Play und auch schon in Ausgaben zuvor schaltete IBM ganzseitige Werbungen für dieses Produkt, das sich aber letztendlich nicht gegen Windows durchsetzen konnte.

Als ob der Soundblaster-Test in der letzten Ausgabe nicht ausreichte, findet man in der Power Play 9/1994 erneut einen Soundkarten-Test.

Die immer weiter zunehmende Ausrichtung auf PC oder PC-ähnliche „seriöse“ Heimcomputer-Systeme wie zum Beispiel den Apple Macintosh macht sich immer stärker im Testspiegel bemerkbar: Wieder wurde nur für drei Systeme getestet, und zum zweiten Mal in Folge sind gar keine Videospiel-Tests zu finden. Somit stimmt zwar noch der Claim, das meistgelesene Multimedia-Magazin zu sein (es gab zu dieser Zeit auch gar kein anderes Multimedia-Magazin, soweit ich mich erinnere), aber die altgediente Leserschaft (wie z.B. ich) ist zumindest irritiert, bzw. kaufte sich die Zeitschrift gar nicht mehr, wenn man eben auf Videospiele stand.

Und was gab es sonst noch?
Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994

Anscheinend ging es der Power Play zu der Zeit noch sehr gut, denn immerhin waren gleich 7 Redakteure im Einsatz, so viele wie nicht oft in ihrer Geschichte.

Wing Commander 3 ist mit 5 Millionen DM Entwicklungskosten das damals teuerste Computerspiel aller Zeiten. Zum Vergleich: Destiny galt 2014 mit 500 Millionen US-Dollar als das teuerste Spiel.

Neben einigen Specials wie z.B. über Star Wars oder die Westwood-Studios war offensichtlich Virtual Reality Mitte der 1990er Jahre tatsächlich ein Trend-Thema, denn beim Messebericht von der CES in Chicago wurde zum Einen das HMD „Forte VFX1“ vorgestellt (der damalige Hersteller ist mittlerweile einer der führenden Hersteller von Assisted Reality Brillen). Zum Anderen gab es sogar einen Leser, der eine VR Kaufempfehlung haben wollte. Nun ja, einige Anbieter gingen Mitte der 1990er Jahre durch ein (VR) Tal der Tränen, zum Beispiel Nintendo mit dem „Virtual Boy“. Es sollte tatsächlich bis 2013 dauern, als die Oculus Rift zum ersten Mal das Versprechen einigermaßen gut einlösen konnte. Ich persönlich bevorzuge aber die HTC Vive.

Meine Power Play Ära endet!

Die Ausgabe 9/1994 war die erste Ausgabe seit Anbeginn der Power Play (bzw. deren Vorgänger in Form der Happy Computer), die ich mir nicht mehr gekauft habe. Logisch: Damals besaß ich noch keinen PC, sondern immer noch einen Amiga, eigentlich zwei: Einen Amiga 500 und einen Amiga 1200. Und außerdem ein Super Nintendo. Und für alle drei Systeme waren immer weniger bzw. gar keine Spiele mehr in der Power Play vertreten. Mit den neuen Redakteuren wurde ich nie so richtig warm, sie gehörten für mich eben zur „PC-Ära“, also war es das mit der Power Play. Für diese Statistik musste ich sie mir erst wieder besorgen…

Das PDF mit der Statistik der ersten 78 Ausgaben gibt es hier zum Download: Statistik der Power Play, Ausgabe 9/1994


<< Zurück zu Nummer 77 || oder || Weiter zu Nummer 79 >>

Oliver Kilb

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.