Power Play Ausgabe 12/1991: Statistik.

Götterdämmerung in der Power Play 12/1991: Der Amiga wird vom PC bei den Tests auf Platz 2 verdrängt. Nach 23 Monaten ununterbrochener Führung endet so die Dominanz des Amigas. Ab sofort wird er immer weiter in Rückstand geraten.

Power Play 12/1991 – die Statistik
Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wird die Power Play wieder dicker: In der Ausgabe 12/1991 sind es zum zweiten Mal, nach 1/1991, 200 Seiten. Immerhin sind auch wieder 71 Tests enthalten, die sich großzügig auf 53 Seiten verteilen – so viele Testseiten gab es noch nie, Rekord!

Götterdämmerung! Die Dominanz des Amigas scheint zu bröckeln, wenn nicht sogar schon gebrochen zu sein. In dieser Ausgabe überholte der PC buchstäblich auf der letzten Seite durch eine höhere Anzahl von Kurztests den Amiga, und erreicht Platz 1 mit 22 Tests. Danach ist wie gesagt der Amiga mit 21 Tests. Mit großem Abstand folgen dann Sega Mega Drive (7 Tests), Atari ST (6), Sega Game Gear und C64 (je 4), Super Famicom und Game Boy (je 3) und NES (1).

Zwei Videospielsysteme scheinen sich so langsam zu verabschieden: Das Sega Master System ist nun schon seit 4 Ausgaben in Folge ohne Test. Ich denke, das war es für dieses System. Vielleicht der Form halber nochmal einen Test, aber seine Zeit ist vorbei. Das Gleiche könnte für die PC Engine gelten, für die es nun schon das zweite Mal in Folge keine Tests gab. Dennoch ist es bemerkenswert, dass es über zwei Jahre lang beständig und manchmal sogar recht viele Tests für die PC Engine zu lesen gab. Bemerkenswert ist es deswegen, weil diese Konsole nie offiziell in Deutschland erhältlich war, sondern nur über Importeure.

Übergabe des Staffelstabes an die PCs
Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Das 5. Jahr der Power Play geht nun zu Ende: Im Herbst 1987, da war ich ein Teenager, erschien die erste Ausgabe, die noch immer in meinem Besitz ist. So geprägt hat mich dieses Magazin!

Wie man in der Statistik sehen kann, fand zu der Zeit gerade ein Wechsel der Generationen statt: Der C64 als Platzhirsch stand kurz davor, seine Dominanz an den Amiga abzugeben. Dieser beherrschte dann, nach einer gewissen Zeit der Übergabe, für fast genau zwei Jahre die Szene.

Erst in dieser Ausgabe, nach genau 23 Monaten ununterbrochen auf Platz 1, muss er diesen an die PCs abgeben. Wahrscheinlich wird es auch jetzt wieder eine gewisse Zeit des Wechsels geben, bei denen mal der Amiga, aber letztendlich der PC auf Platz 1 stehen wird. Es könnte sein, dass es dieser Wechsel schneller vollendet sein wird als einige Jahre zuvor der Wechsel von C64 zu Amiga.

Und was gab es sonst noch?
Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Statistik der Power Play, Ausgabe 12/1991

Einen neuen Redakteur gab es sonst noch: Richard Eisenmenger kommt neu hinzu. Angeblich ist auch er in frühen Ausgaben schon als Leserbriefschreiber in Erscheinung getreten – das muss ich mal nachprüfen. Dafür geht Heinrich Lehnhardt… Ein Urgestein der Computerspiele-Branche verlässt die Power Play. Davor war er bereits einige Zeit in der Happy Computer tätig (in dieser Zeit habe ich ihn auch „kennen gelernt“, wenn man das so sagen darf).

Nicht nur an der Zahl der Videospieltests merkte man in dieser Ausgabe, dass ein Zeitenwechsel ansteht: Auch bei den Kleinanzeigen liegt der Amiga dieses Mal hinter MS-DOS auf Platz 2. Außerdem war die erste ganzseitige Highscreen-Anzeige für Komplett-PCs zu finden. Solche Anzeigen waren bis  Mitte der 1990er Jahre in deutschen Computerzeitschriften ein gewohntes Bild.

Auch an der Auswahl der prominent dargestellten Vorab-Berichte oder Top-Spiele merkt mittlerweile jeder, der es wahrnehmen möchte, dass der PC spätestens jetzt die neue Top-Plattform ist: Nur PC-Spiele finden sich noch auf den ersten Seiten. Erst weiter hinten, in den Kurztests, können Amiga & Co etwas aufholen. Es ist eben nicht zu übersehen: Die moderne VGA-Grafik der PCs ist um so viele Stufen besser, als es Amiga oder Atari ST jemals können würden. Das gilt für die Auflösung, und für die gleichzeitig darstellbaren Farben. (Ja, liebe Generation 2000: Bis spät in die 1990er Jahre hinein war es ganz normal, dass ein Rechner nur eine bestimmte Anzahl von Farben aus einer Gesamt-Farbpalette darstellen konnte, zum Beispiel 256 Farben oder weniger.)

Einen Bericht über die Virtuality-Spielhallen gab es auch noch.

Wieder ein leichter Wechsel des Slogans
3 Power Play Slogans binnen 3 Monaten

3 Power Play Slogans binnen 3 Monaten

Der Slogan wurde schon wieder leicht geändert. Aus „Das meistverkaufte…“ wird „Das meistgekaufte…“ Wie ich meine, ein kleiner, aber feiner Unterschied: Nicht aus der Verlagsperspektive („verkauft“), sondern aus der Leserperspektive („gekauft“) gesehen, ist der Slogan nochmal stärker.

Das PDF mit der Statistik der ersten 45 Ausgaben gibt es hier zum Download: Statistik_Power-Play_45_1991-12


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Oliver Kilb

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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5 Antworten

  1. 9. August 2017

    […] ein neuer Redakteur vorgestellt: Knut Gollert. An ihn kann ich mich noch gut erinnern – sein in der letzten Ausgabe vorgestellter Kollege Richard Eisenmenger ist bei mir nicht hängengeblieben. Ich kann nur nicht sagen, warum. Vielleicht war für mich der […]

  2. 16. August 2017

    […] Amiga nun ziemlich schnell den Staffel-Stab an den PC übergeben würde, aber seit dem Ausreißer in Ausgabe 12/1991 liegt er nun schon seit zwei Ausgaben wieder solide in […]

  3. 17. September 2017

    […] Amiga muss zum zweiten Mal nach Ausgabe 12/1991 den Spitzenplatz an die MS-DOS Rechner abgeben. Kommt der Wechsel der Systeme nun doch schneller […]

  4. 17. September 2017

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  5. 19. August 2018

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