Auf den Gleck (ital.: Collecchio, 2.957 m).

Für Wanderer aus Deutschland ist der Gleck ein ganz besonderer Berg, denn bei einer Höhe von 2.957 Meter ist er fast so hoch wie die Zugspitze. Ihn zu besteigen ist nur eine Frage der Kondition, denn die Route selbst stellt keine besonderen Anforderungen.

Teil 1: Vom Parkplatz bis zur Oberen Weißbrunnalm (2.222 m).
An der Oberen Weißbrunnalm.

An der Oberen Weißbrunnalm.

Die Tour auf den Gleck ist für einen normal trainierten Wanderer zumindest in der schneefreien Zeit eine durchschnittliche Herausforderung für eine Tagestour, denn man muss nur ungefähr 1.000 Höhenmeter hinauf wandern. Den Wagen kann man am Weißbrunnsee kostenlos abstellen. Der erste Teil der Wanderung bis zur Oberen Weißbrunnalm geht leicht bzw. in kürzeren Abschnitten mäßig steil hinauf, bis man ziemlich plötzlich an der Weggabelung zum Fischersee eine große freie Fläche betritt, die von einem Bergbach durchschnitten wird. Wir gehen rechts weiter den Berg hinauf und sind nach etwas weniger als eine Stunde nach Beginn der Wanderung an der Oberen Weißbrunnalm. Sie ist nicht bewirtschaftet, aber normalerweise stehen Bänke und Tische davor, wenn man sich selbst verpflegen möchte. Von hier hat man bei gutem Wetter eine schöne Aussicht hinüber zum Grünsee bzw. dessen Staumauer.

Teil 2: Bis zum Langsee (2.340 m).
Zwischen Oberer Weißbrunnalm und Langsee.

Zwischen Oberer Weißbrunnalm und Langsee.

Nach einer kurzen Pause geht es dann weiter in Richtung Langsee. Die Strecke ist ungefähr so lang wie vom Parkplatz bis zur Weißbrunnalm – aber man steigt nur 100 Meter auf. Also ist dieser Teil nicht mehr als ein Spaziergang, und man kann die wunderschöne Landschaft in aller Ruhe genießen. Wie unberührt diese Landschaft hier noch ist, merkt man zum Beispiel daran, dass man noch Gämsen erblicken kann. Um diese Jahreszeit und in dieser Höhe sind auch wenig Wanderer unterwegs – auf unserer Tour trafen wir gerade mal 4 weitere Wanderer.

Zwischen Oberer Weißbrunnalm und Langsee.

360 Grad Panorama. Zwischen Oberer Weißbrunnalm und Langsee.

Nach ungefähr 45 Minuten oder sogar weniger hat man den Langsee erreicht, und man hat die Wahl, zur Höchster Hütte (2.561 m) oder zur Haselgruberhütte (2.425 m) abzuzweigen. Wir folgen weiter dem Weg in Richtung Gleck, der von hier ab in weniger als 2 Stunden erreicht wird.

Teil 3: Bis zum Schwarzen See (2.544 m).
Am Schwarzen See.

Am Schwarzen See.

Nun steigt der Weg wieder leicht an, und in den kommenden 30-45 Minuten geht es weitere 200 Meter hinauf, bis man am Schwarzen See angekommen ist. Vom Parkplatz bis zu diesem Punkt hat man ungefähr 700 Höhenmeter zurückgelegt, die gleichmäßig verteilt sind. Eine leichte Wanderung, und der Schwarze See ist ein toller Punkt für eine längere Rast. Sein Wasser ist glasklar, und er liegt im letzten Talkessel. Von hier aus beginnt der letzte Teil der Wanderung, und man hat das Ziel bereits vor Augen: Zuerst das Schwarze Joch, und danach der Gipfel.

Teil 4: Vom Schwarzen See zum Gipfel (2.957 m).
Auf dem Gipfel.

Geschafft: Auf dem Gipfel.

Die letzten 400 Höhenmeter haben es allerdings in sich: Direkt vom Schwarzen See ab geht es in engen Serpentinen den Berg hinauf in hochalpines Terrain. Bereits Ende September gab es den ersten Schnee, der weiter oben auch liegenblieb. Schon wenige Minuten später machte sich das bemerkbar: Aus den vereinzelten Schneeflecken wurde eine geschlossene Schneedecke, die bis zum Gipfel teilweise 50cm betrug. Das erschwerte natürlich den Aufstieg deutlich – immer wieder brach ich in den Schnee ein. Zusätzlich verschlechterte sich die Sicht schnell.

Zwischen Schwarzer Joch und Gipfelkreuz.

Zwischen Schwarzer Joch und Gipfelkreuz.

Nach ungefähr einer Stunde war das Joch erreicht, und die Zeit reichte gerade noch, um einen relativ guten Blick zurück ins Tal zu werfen. Vom Joch aus sind es noch ungefähr 30 Minuten weiter bis zum Gipfel, den man zu dieser Zeit am Vormittag gerade noch so sehen konnte. Beim Abstieg war die Sicht noch schlechter – es war eine gute Orientierung notwendig, und die noch vorhandenen Spuren vom Aufstieg halfen zusätzlich. Kurz vor dem Gipfel setzte ein plötzlicher und starker Graupelschauer ein, der von einem heftigen Schneeschauer abgelöst wurde.

Auf dem Gleck
Auf dem Gleck.

Auf dem Gleck.

Daher entschlossen wir uns, nach einem kurzen „Berg Heil!“ wieder zum Schwarzen See abzusteigen. Vorher aber mussten die obligatorischen Gipfelfotos geschossen werden. Zum Glück waren wir alle entsprechend auf diese Tour vorbereitet und hatten passende Kleidung dabei, die wir auch prompt anzogen. Es war eine tolle Erfahrung, so weit oben zu stehen – auch wenn man nur wenige Meter weit sehen konnte. An diesem Tag waren wir zu Dritt auf dem Gipfel, und alle genossen sichtlich das Gipfelglück. Auch der Hund, der von unserem Bergführer mitgenommen wurde und unablässig im Schnee umherlief. Ich werde diese Tour wohl wiederholen. Allerdings bevorzugt im Sommer und bei besserer Sicht. An Wasser hatte ich nur einen Liter dabei, was ausreichte. Zusätzlich kommt man immer wieder auch an Flüssen und Seen vorbei, bei denen man nachfüllen kann.

Teil 5: Abstieg im Nebel.
Abstieg, Blick auf den Schwarzen See.

Abstieg, Blick auf den Schwarzen See.

Der Abstieg war zügig und ohne weitere Pausen, denn der Schneefall ließ nicht nach und verwandelte sich konsequenterweise weiter unten in Regen, der nach einer Stunde auch durch die Regenjacke kroch. Mit Pausen waren wir nach 6 Stunden wieder am Auto angekommen. Durchnässt, aber glücklich. Sogar den Ziegen war es an diesem Tag zu nass, und sie suchten alle Unterstand in einer offenen Garage am Weiher :). Den passenden Abschluss gab es 10 Minuten später an der Hotelbar.

Die Wanderung fand am 08.10.2015 statt.

Oliver Kilb

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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4 Antworten

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