1985: Der Amiga erblickt das Licht der Welt.

Commodore 64.

Commodore 64. (Bild von Bill Bertram (Self-published work by Bill Bertram) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons)

1985: Die Computerwelt lebt monochrom und in 40 Zeichen auf 25 Zeilen. Der Commodore 64 findet so langsam den Weg in die Wohnzimmer… dann wird der Amiga vorgestellt – ein Computer aus einer anderen Welt, so scheint es!

Der Effekt, den dieser Rechner auf die damalige Zeit hatte, ist schwer zu beschreiben. Am ehesten kann man ihn vielleicht mit dem Erscheinen des iPhones vergleichen – und nun stellt euch vor, man hätte direkt mit dem iPhone 4 begonnen.

Amiga 1000.

Amiga 1000. (Bildquelle: Kaiiv [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons)

30 Jahre waren es auf den Tag genau am 23. Juli 1985, als im New Yorker Lincoln Center Andy Warhol zusammen mit Blondie für ein paar Minuten Teil der Show wurde, die das neue Wunderwerk präsentierte. Mit Hilfe eines Frame Grabbers erstellte Warhol ein digitales Gemälde von Blondie. Mehr dazu, und auch mehr zur Wirkung, die dieser Rechner damals auf die (Heim-) Computerwelt hatte, bietet dieser schöne Artikel aus der c’t.

Amiga 500.

Amiga 500. (Bild von Bill Bertram (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons)

Gute zwei weitere Jahre hat es dann noch bei mir gedauert: Der Einführungspreis von ungefähr 6.000 DM war natürlich eine unbezahlbare Summe für einen Teenager. Die Kaufkraft entspricht ungefähr 5.400 Euro im Sommer 2015. Die Zurückhaltung der Käufer veranlasste Commodore, neue Modelle auf den Markt zu bringen, und eines davon, der Amiga 500, war auch für die breite Masse erschwinglich. Im Sommer 1987 stand er auf meinem Tisch, für ungefähr 1.300 DM (ca. 1.100 Euro Sommer 2015)…

Viele Jahre war dieser Computer mein treuer Begleiter. Ich habe ihm einige „echte Premieren“ zu verdanken:

  • „Ernsthafte“ Programmierung
  • Computergrafik
  • Bulletin Boards und damit die vernetzte Welt vor dem WWW
  • Komponieren von Musik mit dem Soundtracker

Später kaufte ich mir noch einen Amiga 1200 mit eingebauter 120MB Festplatte, und diesen tauschte ich erst Ende 1995 gegen einen PC ein. Auf dem Papier eine klare Sache:

Amiga 1200 PC
CPU-Takt 14 MHz 60 MHz
RAM 2 MB 16 MB
Festplatte 120 MB 400 MB
Amiga 1200. (Bildquelle: Boffy b Wikipedia CC BY-SA 3.0)

Amiga 1200. (Bildquelle: Boffy b Wikipedia CC BY-SA 3.0)

Aber gefühlt war der Amiga noch einige Jahre länger dem PC in seiner Anmutung und Bedienbarkeit klar überlegen. Erst mit Windows 2000 (und dem übernächsten PC mit deutlich leistungsfähigerer Hardware) hatte ich erstmals das Gefühl, jetzt im Vergleich mit dem Amiga an einem „besseren“ Rechner zu sitzen und nicht nur an einem schnelleren Rechner mit höherer Auflösung.

Erinnerungen! Und auf Ars Technica gibt es tolle Artikel, die die Entstehung, die Geschichte und die historische Einordnung dieses bemerkenswerten Computers wunderbar beschreiben.

Alles Gute zum Geburtstag! Mein A500 und A1200 stehen noch immer in meiner Wohnung. Nur traue ich mich nicht mehr, sie einzuschalten bevor ich neue Elkos eingebaut habe.

Oliver Kilb

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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