Amiga’89: Als die Amiga-Messe wichtiger war als die CeBIT.

Zeitzeugen gesucht! Siehe Aufruf am Ende des ArtikelsKürzlich sind mir beim Aufräumen einige besondere Eintrittskarten in die Hände gefallen: Die Eintrittskarten für jede einzelne Amiga-Messe, die ich zwischen 1989 und 1992 besucht habe. Einige davon offenbarten sogar noch mehr Überraschungen, als einfach nur schöne Erinnerungen…

Rückblick

Wir schreiben das Jahr 1989. Der Commodore Amiga dominiert den Heimcomputer-Markt. Mit dem Erscheinen der Modelle Amiga 500 und Amiga 2000 im Jahr 1987 wurde der Einstieg in die Multimedia-Welt auch für Schüler erschwinglich, und Commodore besitzt nach dem C64 einen weiteren Millionenseller.

Rund um den Amiga bildete sich schnell ein Ökosystem von verschiedenen Hardware- und Software-Firmen, die sich auf den Amiga konzentrierten. Da lag es auf der Hand, dass es auch eine eigene Amiga-Messe geben müsste.

Die erste Amiga-Messe: Amiga’89
Amiga'89 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite). Mit Unterschrift von Allen Hastings (Erfinder von Lightwave3D)

Amiga’89 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite). Mit Unterschrift von Allen Hastings (Erfinder von Lightwave3D)

Die erste Amiga-Messe fand auf dem Messegelände in Köln statt – und ich war natürlich dabei! Der Veranstalter, AmiEXPO, war auch in den kommenden Jahren für die Durchführung der Messen verantwortlich. Der Name der Messe war simpel: Amiga’89. Mittlerweile sind bereits fast 25 Jahre vergangen, aber wenn ich mich recht erinnere, reisten meine Freunde und ich mit dem Zug an – und kehrten auch am gleichen Tag wieder zurück, was mindestens 6 Stunden reine Fahrtzeit mit der Bahn bedeutete… Aber wir waren eben jung, noch nicht mal volljährig!

Amiga-Messe: Amiga'89 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Amiga’89 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Als ich die Eintrittskarte vor wenigen Wochen nach bestimmt über 15 Jahren zum ersten Mal wieder in meinen Händen hielt, kehrten sofort längst vergessene Erinnerungen zurück. Auf einmal habe ich wieder vor meinem geistigen Auge, wie wir vom Kölner Hauptbahnhof über die Hohenzollernbrücke zum Messegelände in Köln-Deutz gingen, und mit jedem Schritt immer aufgeregter wurden!

Aber das war nicht alles – wie ich längst vergessen hatte, befand sich auch eine Unterschrift auf der Eintrittskarte. Und zwar von Allen Hastings persönlich! Er ist der Erfinder der Software LightWave 3D, einer marktführenden Software im Special Effects Bereich. Damals stellte er Beispielfilme vor, die mit seiner Software erstellt wurden – noch unter dem Namen „VideoScape 3D“. Im Vergleich mit den anderen verfügbaren Tools zu dieser Zeit, war VideoScape/ LightWave nicht nur ebenbürtig, sondern kostete darüber hinaus in Verbindung mit der Hardware nur einen winzigen Bruchteil.

Wenn ich mich recht erinnere, begründete bereits die Amiga’89 die Tradition der „Beschmier-die-Commodore-Wand“. Fotos dazu folgen irgend wann einmal…

Amiga’90
Amiga'90 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseit). Mit Unterschrift von Andrew Braybrook (u.A. Uridium, Paradroid).

Amiga’90 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseit). Mit Unterschrift von Andrew Braybrook (u.A. Uridium, Paradroid).

Wie ich mir schon auf der Eintrittskarte der Amiga’89 vermerkte, stand bereits der Termin für die 2. Amiga-Messe fest. Und so war ich ein Jahr später wieder auf dem Weg nach Köln. Der Preis blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert: 10 DM (Kaufkraft Anfang 2015: knapp 9 Euro). Mit Erstaunen habe ich gesehen, dass die laufende Nummer weit über 20.000 lag – sollte es tatsächlich so viele Besucher gegeben haben?

Die Vermutung scheint zu stimmen, denn ich kann mich gut daran erinnern, dass die Hallen sehr voll waren. Ohne jetzt genauere Statistiken zu kennen, würde ich rückblickend sagen, dass die Jahre 1990 und 1991 die stärksten Amiga-Jahre waren, was Verkaufszahlen, Software- und Hardware-Entwicklungen und Demos angeht.

Amiga'90 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Amiga’90 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Auch auf dieser Karte findet sich eine Unterschrift, die ich bereits längst vergessen hatte: Andrew Braybrook! Na, das ist wahrlich ein Held meiner Jugend – immerhin ist Andrew Braybrook der Erschaffer von zwei Meilensteinen der Computerspiele: Paradroid und Uridium, zwei Klassikern auf dem C64! Andrew, Asche auf mein Haupt: Ich habe damals nicht die Originale gespielt! Was ich damit anrichte, wurde mir leider erst viel später so richtig bewusst, als ich selbst mit Software mein Geld verdiente!

Auf dieser Amiga fanden wir auf der Commodore-Wand eine Botschaft der Demo-Gruppe „Axiom“ aus Neunkirchen/Saar. Dank der damals gut etablierten PLZ-Adressen konnten wir mit ihnen Kontakt aufnehmen und so begann eine tolle Freundschaft, die nicht nur auf Computer beschränkt war. Wer damals mit dabei war, wird sich sicherlich noch immer an die legendären Parties zuhause bei Dirk Heib a.k.a. Boones in der Vogelstraße erinnern (und all die Phone-Phreakings)! Zu schade, dass Dirk viel zu früh von uns gehen musste

Amiga’91
Amiga'91 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite)

Amiga’91 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite)

Die Amiga’91 fand, wie auch in den Vorjahren, wieder in Köln statt. Wahrscheinlich war diese Amiga-Messe in allen Belangen die größte und erfolgreichste von allen: Sie wurde von vormals drei auf nun vier Tage verlängert (der erste Tag war für Fachbesucher), die Nummer meiner Eintrittskarte deutet auf über 60.000 Besucher hin, und die Fläche wurde auf vier Hallen vergrößert. Fand die Amiga’89 nur in der Halle 6 statt, so waren es nun die Hallen 5, 6, 7 und 8!

Auch wir selbst als Besucher waren gereifter und erfahrener – dieses Mal kamen wir mit einem Plan! Erstes Kennzeichen: Wir hatten eine Dauerkarte, und wie ich sehen kann, waren wir auch an drei Tagen tatsächlich dort.

Außerdem hatte ich das fest geplante Vorhaben, für das Diskettenmagazin McDisk der Gruppe Coma einige Interviews zu führen. Was das anging, war ich auch sehr erfolgreich – auf der Amiga’91 fanden die Interviews mit Boris Schneider (Power Play), Factor 5 und Michael Labiner vom Amiga Joker statt.

Amiga'91 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Amiga’91 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Darüber hinaus hatten wir aber noch mehr im Gepäck – zu dieser Zeit wollten wir selbst ein Jump’n’Run Spiel entwickeln, und daher suchten wir auch den Kontakt zu anderen Publishern oder Gruppen. Ich kann mich noch an ein Gespräch mit Frank Matzke von Kaiko erinnern, und wir tauschten auch ein paar Mal einige Grafiken aus – vielleicht finde ich die auch noch irgendwann wieder…

Aus dem Spiel ist leider nichts geworden, vielleicht war es aber auch besser so. Einige frühe Grafiken und Animationsstudien haben die Zeit überlebt und wurden schon in einigen Artikeln hier beschrieben. Und einen Leveleditor für dieses Spiel gab es auch schon. Leider habe ich keine funktionierende Version mehr zur Hand, aber wenn ich mich richtig erinnere, war er auch ziemlich gut, schnell und leicht zu bedienen.

Amiga’92 (Frühjahr 1992)
Amiga'92 in Berlin, Eintrittskarte (Vorderseite)

Amiga’92 in Berlin, Eintrittskarte (Vorderseite)

Gerade mal ein halbes Jahr später war die Stimmung schon eine andere… Das CDTV war gefloppt, der Amiga 600 eine Lachnummer, der Amiga 1200 noch nicht auf dem Markt.

Commodore trat mit dem Amiga also auf der Stelle. Und das war ein Problem! Der C64 war bereits hoffnungslos veraltet, und auch der Vorsprung der Amiga-Familie schwand mit jedem Monat, bzw. die PCs holten dank ihrer Erweiterbarkeit gnadenlos auf. Der Amiga 500/2000 wiederum war seit fast 6 Jahren unverändert. Natürlich konnte man den Speicher ausbauen, Festplatten und auch externe Diskettenlaufwerke kaufen – aber in punkto Leistungsfähigkeit hatte sich nichts getan. Ich muss nicht weiter erklären, was das bedeutet, oder? Der Amiga war eine lahme Ente, zum Abschuss freigegeben. Darüber hinaus war die Raubkopierer-Szene auf dem Amiga so umtriebig, dass wirklich jedes Spiel, jede Anwendungssoftware binnen weniger Tage oder sogar Stunden gecrackt und äußerst schnell verteilt wurde. Auch ohne Direkt-Download aus dem Internet… Es war kein Trost, dass es dem Atari ST nicht besser ging. Wenn ein Amiga-Spiel 5.000 Exemplare verkaufte, galt es 1992/1993 bereits als Topseller.

Amiga'92 in Berlin, Eintrittskarte (Rückseite)

Amiga’92 in Berlin, Eintrittskarte (Rückseite)

Viele Spiele-Entwickler wandten sich aus den oben genannten Gründen bereits seit dem Vorjahr vom Amiga ab, nur wurde dieser Effekt erst mit einem halben bis ganzen Jahr Verspätung für die Amiganer sichtbar, denn bereits in Entwicklung befindliche Spiele wurden ja noch beendet. Sie sprangen auf die Konsolen auf, die wesentlich bessere Profite versprachen: Das Sega Mega Drive und das Super Famicom von Nintendo (bei uns auch als „Super Nintendo“ bekannt) nutzten Spielmodule, die nicht kopiert werden konnten. (Dass das so nicht ganz korrekt ist, kann man hier nachlesen…) Das versprach wesentlich bessere Margen, und man konnte bzw. man musste wesentlich mehr Aufwand in die Entwicklung stecken, um sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen zu können. Die Konsolen waren außerdem im Vergleich mit dem Amiga leistungsfähiger und brachten zum Teil auch tolle neue Funktionen von Haus aus mit, wie zum Beispiel der legendäre „Mode 7“ des Super Famicom, der zum ersten Mal hardware-basiertes (Pseudo-) 3D möglich machte. Spiele in Millionenauflage waren hier möglich!

Das machte sich auch direkt auf der Messe selbst bemerkbar, bereits auf der Eintrittskarte waren die Zeichen nicht mehr zu übersehen. War doch auf dieser zu lesen: „Willkommen zur Amiga-Fachmesse und zur großen Entertainment-Show für Amiga, PC, Nintendo, SEGA, Atari und Atari Lynx.„, und der offizielle Titel der Messe war „Amiga Berlin 92 & Entertainment 1992„. Der Amiga war also nicht mehr in der Lage, alleine zwei Messehallen zu füllen. Dass sogar Atari mit auf der gleichen Fläche vertreten war, stellte allerdings den höchsten Frevel aus Sicht der Hardcore Amiga-Fans dar. Insgesamt merkte man sofort, dass die Stimmung eine ganz Andere war. Und das lag nur zum Teil an der neuen Location.

AMI-Expo (Oktober 1992)
AmiExpo'92 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite)

AmiExpo’92 in Köln, Eintrittskarte (Vorderseite)

Mit dieser Messe endete für mich die Tradition, an einer Amiga-Messe teilzunehmen. Wieder war ein halbes Jahr vergangen, und die Zeichen am Horizont wurden immer deutlicher: Commodore strauchelt! Zwar war die Messe noch immer an vier Tagen geöffnet und sogar auf fünf Hallen verteilt, aber wie zuvor in Berlin stand auch dieses Mal bereits auf der Eintrittskarte: „Willkommen zur großen Computer-Consumer Messe für Amiga, PC und Atari.“ Der Name „AMI-Expo“ deutete zwar noch die Herkunft an, verbarg den Namen „Amiga“ jedoch bereits, um evtl. die zu dieser Jahreszeit bereits etablierte Messe für andere Themen zu öffnen.

Ernüchtert durch die Erfahrung in Berlin, genügte dieses Mal auch eine Tageskarte. An die Messe selbst habe ich keinerlei besondere Erinnerungen mehr. Man merkte einfach, dass man an einem Leichenschmaus teilnahm. Diese Einschätzung wird einigen Amiganern zwar sauer aufstoßen, aber dennoch sollte sie mir gestattet sein, denn ich war selbst über viele Jahre ein treuer Verfechter des Amigas. Heute würde man mich vielleicht „Amiga-Evangelist“ nennen. Rückblickend habe ich dem Amiga vielleicht zu lange die Treue gehalten und hätte früher auf den PC umsteigen sollen. Aber wer weiß schon, was dann passiert wäre…

AmiExpo'92 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

AmiExpo’92 in Köln, Eintrittskarte (Rückseite)

Auch in den Jahren danach gab es die eine oder andere Amiga-Messe, bzw. Computer-Messen, bei denen der Amiga Teil des Programmes war – aber mit dem Jahr 1992 endete auch endgültig die Dominanz des Amigas.

Im Jahr 1993 fand vom 5. bis 7. November, wieder in Köln, die „World of Commodore“ statt, bei der angeblich noch immer über 150 Aussteller vertreten waren.

Bereits 1994 war allerdings, bedingt durch den Konkurs von Commodore, der Amiga nur Untermieter in der „Computer’94“ in Köln.

Und so ging es stetig weiter bergab mit dem ehemaligen Star der Computerszene, bis bei der „Amiga 2001“ im Kölner Media Park gerade mal 40 Aussteller ungefähr 1.000 Besucher begrüßen durften

Die Eintrittskarten werde ich gut und sicher verwahren, sie sind insbesondere dank der Unterschriften von Allen Hastiings und Andrew Braybrook mehr als schöne Erinnerungsstücke – sie dürften mittlerweile auch schon fast Unikate geworden sein, mindestens jedoch äußerst rar. Sie stehen auch nicht zum Verkauf!

Aufruf: Zeitzeugen gesucht!

Wer diesen Artikel liest und Dinge aus dieser Zeit hat, wie z.B. Flyer, Prospekte, Preislisten, Zeitungsberichte zu den Messen – ihr könntet mir eine große Freude machen, wenn ihr mir diese eingescannt zukommen lassen würdet (oder schickt mir URLs zu anderen Seiten mit Infos).

Habt ihr damals auf der Amiga’89 bis Amiga’91 Fotos gemacht oder Videos gedreht? Oder auf einer anderen Amiga-Messe? Auch daran bin ich sehr interessiert! Habt ihr Fotos von der Commodore-Wand? Fotos von den damaligen Stargästen (Bitmap-Brothers, Hülsbeck, Braybrook, …)? Fotos von besonderen Aktionen, wie z.B. die Verteilung der ersten Turrican-Levels durch Factor 5?

Bitte lasst es mich wissen und schickt mir eine Mail! Meine Adresse findet ihr z.B. im Impressum.

Oliver Kilb

Oliver Kilb

Schön, dass ihr vorbeischaut! Viel Spaß auf meiner kleinen Homepage.

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17 Antworten

  1. Gerry sagt:

    Hallo Oliver,

    neben der ATARI-Messe in Düsseldorf (Pflicht für mich als ST-User) habe ich damals auch regelmäßig die HobbyTronic in Dortmund besucht. In Köln war ich damals zum ersten Mal zur AMI-Expo (1992) und dann später zur Computer ’96-9x. Die Eintrittskarten dieser Messen habe ich mir ebenfalls zur Erinnerung aufgehoben.

    Die Sendung „Highscore“ des WDR hatte ja, wie auf Deiner Eintrittskarte zur AMIGA ’91 ersichtlich, von der Messe berichtet. Zwei Bilder vom Thalion-Messestand und Infos zu einem Sendemitschnitt der Sendung findest Du auf meiner Homepage unter http://home.wtal.de/gmb/Bilder/highscore.htm. Weitere Bilder findest Du unter http://thethalionsource.w4f.eu/Artikel/Highscore_Anekdoten.htm in der rechten Spalte.

    Zur Recherche für meine Homepage habe ich immer mal wieder verschiedene Jahrgänge diverserer Amiga-Magazine erworben. Berichte über die Amiga-Messen waren natürlich auch dabei. Leider habe ich diese nach dem Lesen jedoch zum Altpapier gegeben. Sollte ich noch auf Messeberichte stoßen, kann ich Dir diese gerne einscannen.

    Flyer und Prospekte besitze ich leider nur von den ATARI-Messen.

    > Mit dem Erscheinen der Modelle Amiga 500 und Amiga 2000 im Jahr 1997 […]
    War anscheinend ein kleiner Schreibfehler (-> 1987?).

    Messebericht Amiga ’90 mit Bildern: http://obligement.free.fr/articles/amiga1990_cologne.php

  2. Stephan sagt:

    Hallo Oliver,

    jetzt muss ich mich endlich auch einmal für deinen wunderbaren Artikel bedanken, der tolle Erinnerungen an die Zeit und die teils wilden Veranstaltungen in Köln weckt. Seit seinem Erscheinen habe ich deinen Artikel immer mal wieder aufgerufen und von vorn bis hinten verschlungen.

    Mit Fotos oder gar Videos kann ich leider auch nicht dienen und ich verstehe auch bis heute nicht, warum ich damals meinen Fotoapparat, der durchaus vorhanden gewesen wäre, daheim gelassen habe – es wären ganz fantastische Erinnerungsstücke heute.

    Aber ich habe meine Erinnerungen an die Amiga-Messen in Köln, angereichert mit einigen recherchierten Fakten, niedergeschrieben und jetzt in Form eines Gastartikels bei VSG (Videospielgeschichten) veröffentlicht. Und da sich (leider) nicht all zu viele Artikel zu diesem Thema im Internet finden lassen, war ich so frei, deinen Artikel dort zu erwähnen und zu verlinken.

    https://www.videospielgeschichten.de/amiexpo-oder-wie-der-11-november-1989-den-blick-auf-mein-hobby-veraenderte/

    Wie der Titel schon verrät, habe ich mich vor allem auf die erste Amiga-Messe auf europäischem Terrain in 1989 konzentriert. Aber auch die Entwicklung in den Jahren danach wird angeschnitten und kommt nicht zu kurz. Meine Erinnerungen decken sich da ziemlich mit deinen – sowohl die guten als auch die traurigen.

    Viele Grüße aus Augsburg,

    Stephan

    • Oliver Kilb Oliver Kilb sagt:

      Hallo Stephan,

      beim lesen Deines Artikels kamen ebenfalls lange vergessene Erinnerungen wieder hoch. (Vielleicht muss ich irgendwann mal einen zweiten Artikel nachreichen; ich habe noch mehr zu erzählen, wie zum Beispiel ein Xenon II Spielewettbewerb gegen die Bitmap Brothers persönlich.)

      Zumindest bei der Amiga’89 waren wir am gleichen Tag vor Ort, wenn ich das Bild Deiner Eintrittskarte sehe, und an das Chaos vor den Hallen konnte ich mich zum Beispiel gar nicht mehr erinnern. Ich meine aber, wir waren schon sehr früh vor Ort (aus dem gleichen Grund wie ihr – wir waren tierisch aufgeregt!) und mussten nicht so lange warten. Ich war damals 17, und die Wertigkeit der Messe war etwas, das man heute schwer vermitteln kann.

      Wie ich sehe, hat auf Deiner Amiga’90 Eintrittskarte sogar Petro Tyschtschenko unterschrieben – das ist heute ja auch eine tolle Erinnerung. Damals (1990) hatte ich keine Ahnung und auch kein Interesse an Commodore-Menschen. Die Demo-Szene war mir damals lieber 😉 Andrew Braybrook muss mit einer lahmen Hand nach Hause gegangen sein – anscheinend hatte er ja zumindest am Samstag und Sonntag Autogramme geschrieben. Ist wohl doch kein so seltenes Andenken, wie ich oben geschrieben habe 🙂 Aber Dein Exemplar mit gleich zwei wertigen Unterschriften… Mann, mann, mann 🙂

      Die Amiga’91 haben wir wirklich krass ausgenutzt (Dauerkarte inkl. Fachbesucher-Tag). Vielleicht lag es am Fachbesucher-Tag, dass ich leicht an die Interviews gekommen bin.

      Das Bild von der Commodore-Wand kannte ich noch nicht. Zwar sahen damals gefühlt fast die Hälfte aller Nerds so aus wie der Kollege mit der Jeansjacke und den längeren Haaren, aber der Nostalgiker in mir möchte schwören, dass das Freund Hendrik ist, der damals mit uns dabei war.

      Ahhh, diese Wand! Ich weiß nicht, ob Du Dich daran erinnern kannst bzw. ob Du zur passenden Zeit am Commodore-Stand warst: Als die ersten Besucher anfingen, sich mit Stift und Stickern zu verewigen, wurden sie noch vom Standpersonal verjagt!!! Die begriffen gar nicht, dass hier der Firma gehuldigt wurde. Erst eine Weile später ließen sie ab (auch, weil sie wussten, dass es eh sinnlos war – es gab immer wieder welche, die schnell genug waren).

      Toller Artikel, ich hab ihn gerne gelesen! Ich würde mich freuen, wenn noch mehr aus dieser Zeit mal ihre Erinnerungen mitsamt Bildern aufschreiben würden! Leider hatte ich damals keinen Fotoapparat dabei. Heute könnte ich mir in den Hintern beißen: Ich hatte einen Fotoapparat, konnte mir nur nicht vorstellen, warum es heute schön wäre, Bilder von damals zu haben 😉

      Viele Grüße von Freising nach Augsburg,
      Oliver

      • Stephan sagt:

        Hallo Oliver,

        tausend Dank für deinen wirklich ausführlichen Kommentar, auch auf der Seite von VSG, das ist wirklich ganz fantastisch und hat mich echt gefreut. 🙂

        Du bist auf einer der Messen gegen die Bitmap Brothers im Kampf um den Highscore in Xenon II angetreten?! Hammer! Das alleine klingt in der Tat schon nach einem guten Grund, deinen Artikel zu ergänzen oder einen zweiten nachzureichen und ich würde das extrem gerne lesen. 🙂

        Die Leute aus der Demoszene waren in der Tat genau diejenigen, die diesen Veranstaltungen unübersehbar ihren Stempel aufdrückten. Und das nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch wortwörtlich in Form von Aufklebern, Poster und Eddings in allen erdenklichen Farben.

        Ein weiteres Foto von der Commodore-Wand auf der AMIGA ’90 findest du hier:

        https://twitter.com/brotkastenblog/status/859766440395669504

        Auf dem Foto ist noch mehr von der Wand zu erkennen, allerdings ist die Bildqualität nicht so berauschend, daher habe ich für meinen Artikel das Foto aus der AMIGA DOS bevorzugt.

        Hier findet sich auch noch ein Foto von der Wand des Commodore-Standes auf der CeBIT 1991, vier Monate nach der AMIGA ’90:

        http://www.radwar.com/userfiles/plugins/fotopro/Cebit91PromotingRadwar6/7680001.jpg

        Und in dieser Fotostrecke ebenfalls ein paar Bilder (u.a.) von der legendären Wand auf der CeBIT:

        https://digitalista.de/magazin/2015/maerz/13/frueher-war-alles-besser/fotostrecke-cebit.html

        Dort sieht man übrigens auch sehr schön, wie voll es auf und rund um den Commodore-Stand damals zugegangen ist. Die Nachbarn vom IBM-Stand dürften regelmäßig die Augen verdreht haben bei dem Anblick. ?

        Viel mehr konnte ich leider nicht finden – erst recht nicht von der Kölner Messe. Aber immerhin besser als nichts.

        Als wir 1990 auf die Messe kamen, war die Wand jedenfalls schon von oben bis unten voll mit Messages, “Greetinx” und Aufklebern – wir waren jeweils immer nur am Samstag vor Ort – da habt ihr damals wirklich mehr draus gemacht. 🙂

        Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass sich noch andere finden werden, die Erinnerungen, Anekdoten und sogar Fotos mit uns teilen können. Es waren damals schließlich genügend Menschen auf den Messen anwesend. 😉

        In diesem Sinne – beste Grüße!

        Stephan

    • Oliver Kilb Oliver Kilb sagt:

      Das ist ja stark! Ich habe damals gar nicht mitbekommen, dass es auch die „Masterclasses“ gab – aus welcher Schatulle wurde das denn hervorgekramt?

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